Reisebericht PNG – Teil 3

CIMG081509. April 2013 – Treffen mit dem Direktor der Green River High School

Auf Einladung fand ein Treffen mit Mark Glammis an der Green River High School statt. Zu Fuß und mit einem Geländewagen erreichten wir die Schule nach mehreren Stunden. Trägerin der Schule ist die CBC.

Sehr schnell wurde in den Gesprächen klar, dass man sich von uns Unterstützung erhofft. Wir sehen diverse Solarpanele auf den Dächern. Man berichtet uns von defekten Anlagen und fragt, ob wir die reparieren können. Die Technik ist inzwischen 20 Jahre alt und funktioniert in großen Teilen nicht mehr. Ehemals große Batterien wurden gegen kleinere ersetzt, die eine geringere Kapazität haben und somit nicht genügend Energie für die Verbraucher liefern. Es fehlt technisches Verständnis in Bezug zu den Zusammenhängen der Energieerzeugung und Weiterleitung. Wir haben empfohlen, sich an S.I.L. in Yabru zu wenden, weil es dort einen Fachmann gibt.

Kurioserweise, wurden in der Zeit unserer Anwesenheit sechs Laptops von den Rotariern geliefert, die aber allesamt nicht funktionieren können, da das System bereits jetzt vollkommen überlastet ist. Leider wurde in den letzten Jahren nicht dafür gesorgt, dass jetzt genügend Geld für Reparatur und Ersatzbeschaffung von Batterien vorhanden ist. Man wartet darauf, dass jemand kommt und für Ersatz sorgt. Eigene Ideen zur Verbesserung der Situation gibt es nicht.

Treffen mit der Green River LLG (Local Level Government)

Als Vertreter der lokalen Verwaltung waren Barry Dikmop (Manager), Rodney Kane (Chief Executive Officer), Fred Wery (Project Officer), Philip Lopar (Department of Primary Industry) und Aaron Dieru (Repräsentant aus Iburu) anwesend. Zentrales Thema dieses Gespräches war die Projektpartnersuche unter Berücksichtigung aller bisher gewonnenen Erkenntnisse.

Die Verwaltung ist sehr an der Entwicklung der Region interessiert und will bei der Gründung einer NGO behilflich sein. Insbesondere Rodney Kane hat den Eindruck vermittelt, dass er den Sinn einer Partner NGO versteht. Er war selbst Mitarbeiter in einer solchen, arbeitet aber jetzt für die Verwaltung. Die NGO muss unabhängig von der Verwaltung sein.

CIMG065010. April 2013 – Offizieller Besuch an der Grundschule von Iburu

Wir erleben an diesem Morgen den Beginn eines Schultages an der Iburu Primary School. Die Kinder stehen in Reih und Glied vor der Hütte, in der sich das Lehrerzimmer befindet. Wie üblich wird als erstes der Eid auf die Verfassung geschworen, dann die Nationalhymne gesungen und zuletzt ein Gebet gesprochen.

Philip hält eine Ansprache an die Lehrer und die Schüler zu einem möglichen Schulprojekt zwischen Iburu und einer Schule in Neuruppin.

Wir übergeben die Briefe von den Schülern aus Neuruppin und sprechen über die Bedeutung von Kontakten auf dieser Ebene. Außerdem bitten wir um Briefe, die wir dann nach Deutschland mitnehmen und dort direkt übergeben können.

Dann erfolgt der Aufbau der Solaranlage auf dem Schuldach.

Einige Tage später werden uns etwa 30 handgeschriebene Briefe, teilweise mit Zeichnungen verziert, überreicht. Die Lehrer haben jeder ebenfalls geschrieben und der Direktor auch.

Inzwischen ist in Iburu die Idee zur Gründung einer NGO gereift. Ein erstes Organigramm wurde gemeinsam erarbeitet. Aaron Dieru hat bereits weitere Details mit Kos Umion abgesprochen. Sie wollen einen Termin mit Belden Namah, dem Abgeordneten der Region im Parlament, verabreden. Dabei werden wir ihn und all die anderen, die das auch vorhaben, so weit es geht unterstützen. Darin wird also in nächster Zeit die Arbeit von Papua-Solar e.V. bestehen. Weiterhin will Aaron den Kontakt zu Rodney Ward, dem ESCO-Manager, aufbauen und mit ihm Möglichkeiten der Schulung von Leuten in Iburu besprechen.

CIMG082212. April 2013 – Verabschiedung von Iburu

Sämtliche Verantwortliche von Iburu und das deutsche Team treffen sich zu einem Abschlussgespräch. Es wird zum einen über den Stand der Gespräche berichtet und zum anderen gibt es Danksagungen von beiden Seiten. Parallel dazu haben die Iburu-Leute ein großes Essen für alle vorbereitet.

Am kommenden Tag beginnt in den frühen Morgenstunden unsere Rückreise nach Vanimo. Diesmal nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Kanu, zu Fuß und mit einem Auto. Auf diese Weise können wir erfahren, wie die Menschen normalerweise von Iburu nach Vanimo kommen. Der Weg geht mit dem Einbaum den Green River stromabwärts bis zum Sepik. Dann geht es ein längeres Stück den Sepik ebenfalls stromabwärts entlang, um dann den Papi River stromaufwärts zu fahren.

Diese Fahrt wird teilweise von der High School finanziert, die ohnehin diese Reise machen wollte. Wir geben 150 Kina dazu. Aaron rechnet uns allerdings vor, dass die Miete eines Kanus 1.800 Kina kostet (ca. 700 EUR) zuzüglich 1.200 Kina (ca. 500 EUR) für Treibstoff.

DSC_0282Der erste Tag der Rückreise verläuft relativ entspannt, sitzend in einem Einbaum und der Möglichkeit sich die Gegend mit den unbekannten Pflanzen und Lauten in aller Ruhe anzusehen und anzuhören. Wir erreichen am Abend den Straßenanschluss. Wie viele Papuas übernachten wir hier, um am nächsten Tag weiter nach Vanimo zu laufen bzw. zu fahren. Für uns hat Ben Basaronge zwei Jeeps organisiert, die uns am nächsten Tag abholen. Die unbefestigte Straße hat sich durch die letzten Regenfälle jedoch in einen einzigen Sumpf verwandelt. Dass hier die Fahrzeuge überhaupt durchkommen, grenzt an ein Wunder und hat wohl auch etwas mit den Fahrkünsten der Fahrer zu tun.

Mehrfach begegnen wir steckengebliebenen Fahrzeugen, an deren Bergung wir uns beteiligen. Die Fahrt dauert 7 Stunden und ist sehr anstrengend. Im letzten Teil überqueren wir mehrere Bergkämme und begegnen etlichen riesigen Lkw, die Urwaldbäume abtransportieren.

DSC_0302Auf dieser Fahrt wird uns wieder sehr deutlich, wie beschwerlich das Reisen und das Leben der Menschen insgesamt hier ist. Allein die fehlende Straße, für die die Regierung verantwortlich sein müsste, verhindert regelmäßigen Transport und Handel.

16. April 2013 – Abschlusstreffen mit Ben Basaronge

Zurück in Vanimo gibt es eine Auswertung aller Gespräche mit Ben Basaronge, dem Verantwortlichen für ländliche Entwicklung von der Provinzregierung. Wir bitten ihn um Unterstützung der Gründung der NGO durch seinen persönlichen Assistenten. Das sagt er zu und ist sehr zuversichtlich, dass das funktionieren kann, wenn die richtigen Menschen die NGO gründen.

Er will auch den Gedanken zum gemeinschaftlichen Handeln zum Nutzen der Gemeinde und die gemeinsame Entwicklung von Projekten, die an die NGO herangetragen werden, unterstützen.

Wir haben nochmal die Bedeutung von Verantwortungsübernahme betont. Die bisherigen dörflichen Strukturen mit den vielen Führern stehen dem eher entgegen. Hier ist seitens der lokalen Verantwortlichen Überzeugungsarbeit vor Ort gefragt. An erster Stelle muss ehrenamtliche Arbeit stehen, erst an zweiter Stelle Projektarbeit, über die es ggf. auch Geld für das Management gibt.

In Bezug auf das Schulprojekt schlägt Ben vor, dass die Briefe aus Iburu bei ihm gesammelt werden und gemeinsam nach Neuruppin in einem Umschlag geschickt werden. Das spart Portokosten. Umgekehrt könnte auch so verfahren werden.

Der Kontakt zur Verwaltung soll ebenfalls über die Emailadresse von Kos Umion gehen. Er selbst will allerdings ebenfalls versuchen, eine Emailadresse einzurichten.

DSC_0058Danksagung

Allen Spendern soll herzlich gedankt werden. Durch sie war es im Vorfeld möglich, die Reise vorzubereiten (u.a. Recherchen, Übersetzungen, Korrespondenz, Kauf der beiden Solarpanele und Batterien).

Ein besonderer Dank gilt vor allen Dingen Aaron Dieru, der unermüdlich und uneigennützig dabei ist Kontakte zu knüpfen, der versucht zu verstehen, wie Entwicklungszusammenarbeit funktionieren kann und dabei sicher oft über seinen eigenen Sozialisationsschatten springen muss.

Danken möchte ich auch Heike und Ulrich Wank, die sämtliche Reisekosten aus eigener Tasche bezahlt haben. Ein besonderer Glücksfall für den Verein und für unser Unternehmen war Caren Feskorn, die ebenfalls mit eigenem Geld mit von der Partie war. Sie hat mit ihren exzellenten Englischkenntnissen so manches Gespräch in einem klareren Licht erscheinen lassen.

Dank auch allen, die unsere Reise mit guten Gedanken und Gebeten begleitet haben.

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