Reisebericht PNG -Teil 2

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Am 6. April sitzen wir endlich nach monatelanger Planung samt Solarpanelen und Batterien in einem kleinen Flugzeug (acht Plätze inklusive zwei Piloten) und fliegen von Vanimo aus über den Urwald dicht an die Grenze zu Indonesien. Unter uns sind nicht nur immer wieder vereinzelte Hütten und Dörfer und mächtige Flüsse zu sehen, sondern auch die Einschlaggebiete der ausländischen Holzindustrie. Wie ein Schachbrettmuster verlaufen Straßen durch den Urwald und sind entsprechende Areale abgeteilt. Die Landschaft verändert sich rasant. Immerhin haben wir einen Vergleich. Es ist unser 3. Flug innerhalb der vergangenen 14 Jahre.

Treffen mit Kos Umion (ehemaliger Chef der CBC)

Unmittelbar nach der Landung werden wir von vielen bekannten Gesichtern überschwänglich freudig begrüßt. Dann treffen wir uns mit Kos Umion, dem ehemaligen Generalsekretär der CBC (Christian Brethren Church).

Ihm stellen wir ebenfalls unsere Ideen vor und drücken unser Bedauern darüber aus, dass die CBC trotz ursprünglicher Zusage im letzten Jahr einen Rückzieher gemacht hat. Kos Umion meint, dass der jetziger Generalsekretär der CBC nicht die notwendige Power für solche Ideen hat. Er wolle dennoch bald mit der CBC reden und seinen Einfluss geltend machen.

Wir haben abermals mehrfach betont, dass es ohne die Mitarbeit einer Partnerorganisation in PNG keine Projekte mit deutscher Beteiligung geben wird. In diesem Gespräch tauchte das erste Mal die Idee auf, eine Nichtregierungs-Organisation (NGO) in Papua Neuguinea/ Sandaun Provinz zu gründen.

CIMG0609Nach dem Gespräch fuhren wir dann ein kleines Stück mit einem Geländewagen Richtung Iburu. Das letzte Stück (etwa zwei Stunden lang) gingen wir in glühender Nachmittagshitze zu Fuß. Die mitgebrachten Solaranlagen trugen unsere Begleiter stolz ins Dorf.

In Iburu wurden wir von tanzenden Männern und Frauen mit einer Willkommenszeremonie begrüßt (hier die Videos dazu anschauen). Das war unglaublich beeindruckend und hat uns zu Tränen gerührt. Wir wurden sehnsüchtig erwartet und waren sehr Willkommen.

In brennenden Reden wurde unmittelbar bei Ankunft von verschiedenen (wichtigen) Männern nochmals betont, wie wichtig unser Kommen für die Entwicklung der Region und die Verbesserung der Lebensbedingungen sei. Es wurde von unserer beschwerlichen Anreise berichtet und darum gebeten, dass wir in den kommenden Tagen mit Essen versorgt werden.

Philip Haminou – Headteacher Ibru Primary School

Am selben Tag sind wir noch mit dem Direktor der Schule, Philip Haminou, verabredet. Er erzählt, dass die Administration, insbesondere Lou Badui noch nicht in Iburu waren, aber wir Deutschen uns auf den Weg gemacht haben und er das sehr wertschätzt. Für die Bevölkerung hat dieses Engagement einen sehr hohen Stellenwert.

Wir sprechen über unsere Vorstellungen von Entwicklungszusammenarbeit und dass wir eine Partnerorganisation vor Ort brauchen. Wir fragen ihn, mit welcher NGO vor Ort wir zusammen arbeiten könnten. Nur die CBC und S.I.L (Bibelübersetzer in Abru, die ebenfalls noch auf unserem „Besuchsprogramm“ stehen) fallen Philip Haminou ein.

Wir diskutieren weiterhin die Möglichkeiten der Zusammenarbeit/Partnerschaft der Schulen und berichten in diesem Zusammenhang von den Gesprächen mit Cliff Sindolf, Lou Badui in Bezug auf die Briefmarken.

Für den Aufbau der mitgebrachten Solaranlage auf dem Schuldach wird ein offizielles Treffen am 10. April verabredet.

Besprechung_Big1107. April 2013 – Treffen mit den 11 Big Men von Iburu

Am nächsten Tag fand im Raum der Kirche das Gespräch mit den wichtigsten Vertretern aus Iburu statt. Im Vordergrund dieses sehr interessanten Treffens stand abermals die Frage eines zuverlässigen Partners für eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit. Wir haben deutlich gemacht, dass wir uns nicht engagieren werden (können), wenn wir keinen Partner vor Ort haben.

Wir haben über die (Selbst-)Verantwortung der Menschen gesprochen, über Solidarität, insbesondere bei der Planung von gemeinsamen Projekten verschiedener Dörfer und über Fragen der Nachhaltigkeit. Wie kann es gelingen, dass Geld für Wartung und Reparatur/Ersatzbeschaffung von Anlagen in der Community bleibt?

An dieser letzten Frage entbrannte eine längere Diskussion der Leader untereinander. Anhand des Beispiels Kakaoanbau und Verkauf  wurde diskutiert. Es stellte sich heraus, dass die Fermentierung der Bohnen mehr Erträge bringen würde, als nicht fermentierter, in der Sonne getrockneter Kakao. Die Transportkosten könnten besser kompensiert werden. Dieses Thema soll allerdings hier nicht weiter vertieft werden. Unklar ist die Frage, wieviel Kakao in der Region vorhanden ist. Die Spanne der Angaben zu den Pflanzen reicht von 50 bis 400 pro Familie. Sollte sich hier allerdings die Möglichkeit der Nachhaltigkeit manifestieren, kommt dieses Thema automatisch wieder auf die Tagesordnung.

Produziert werden könnte außerdem noch Kautschuk, Vanille, Chili, Hühner, Kühe, Schnitzereien. Auf alle Fälle wurde allen bewusst, worum es in der Anlage von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit geht.

Natürlich wurden auch mögliche konkrete Maßnahmen erörtert (Licht für Krankenstation-Entbindungen, Schule um Erwachsenenbildung am Abend zu ermöglichen, Trinkwasserbeschaffung in der Trockenzeit, etc.). Wir haben angeregt, dass erst einmal jedes Dorf entscheiden muss, welches Projekt geplant und umgesetzt werden soll, welches Projekt der gesamten Dorfgemeinschaft zugute kommt. Letztlich haben wir bereits vorhandene Daten überprüft und an verschiedenen Stellen nachgefragt.

DSC_008508. April 2013 – Treffen mit Alex Nomben von S.I.L. in Yabru

Am folgenden Tag sind wir mit einem motorisierten Einbaum ins nahegelegene Yabru gefahren. Den Treibstoff haben wir bezahlt. 1 Liter kostete 10 Kina, also ca. 3,50 EUR. 20 Liter waren nötig.

Wir hatten bereits im Vorfeld Emailkontakt. Unser Besuch war angekündigt. In Yabru waren/sind Holländer aktiv. S.I.L. ist eine NGO, die sich mit indigenen Sprachgruppen und Bildung beschäftigt. Es werden Bibeln in die Stammessprache übersetzt. 6000 Menschen sprechen hier dieselbe Sprache.

Wir haben unsere Pläne und die Frage nach der Zusammenarbeit gestellt. Alex Nomben will uns sehr gerne unterstützen und umgehend bei den Verantwortlichen in Holland nach Möglichkeiten zur Zusammenarbeit nachfragen.

S.I.L. verfügt über ein Flugzeug, einen Hubschrauber und ein Motorboot und könnte perspektivisch den Transport von Technik übernehmen. S.I.L. ist vor Ort gut mit Solartechnik ausgestattet und hat sogar einen Emailzugang, der auch von Aaron und den Iburu-Leuten genutzt werden könnte.

Uns ist ein junger Mann aufgefallen, der sich mit technischen Details zu den Solarpanelen, Batterien und den Kabelverbindungen gut auskannte – ein möglicher Spezialist für die Projektmitarbeit?

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