Reisebericht PNG – Teil 1

DSC_0555Am 3. April ist unsere vierköpfige Reisegruppe nach mehr als 23 Stunden im Flugzeug in Vanimo, der Provinzhauptstadt der Sandaun Provinz angekommen. Dort wurden wir von unserem Freund Aaron Dieru aus Iburu und einem Mitarbeiter der Provinzregierung (Ben Basaronge) empfangen.

04. April 2013

Cliff Sindol – Educationmanager

Schon am folgenden Tag hatten wir den ersten Gesprächstermin mit Cliff Sindol, der in der Sandaun Provinz für die Bildung zuständig ist. In seinem Büro hing ein Plakat mit dem Slogan „Vision to 2050 – Healthy (gesund), Wealthy (Wohlstand), Smart (gebildet). Insofern trafen unsere Projektideen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse auf offene Ohren. Bereits hier, wie dann auch in den folgenden Gesprächen machten wir deutlich, dass die Umsetzung unserer Ideen nur mit einem zuverlässigen Partner vor Ort geschehen kann und dass wir diesen suchen – ohne Partner kein Projekt. Im Büro dieses Mannes gab es weder ein Telefon, noch einen Computer.

Im Gepäck hatten wir diverse liebevoll gestaltete Briefe von Schülern aus Neuruppin. Das Problem ist jedoch, dass kein reger Austausch zustande kommen kann, weil die Briefmarken in PNG so teuer sind. Das Porto für einen einfachen Brief/Postkarte von Papua Neuguinea nach Deutschland kostet 8.70 Kina, was etwa drei Euro entspricht. Bei einem Monatseinkommen vieler Familien von zehn Euro wird (natürlich) kein Geld für Briefmarken ausgegeben.

Cliff Sindolf empfiehlt uns, dieses Anliegen dem Provinzadministrator und Chef der Verwaltung Lou Badui (vergleichbar dem Ministerpräsidenten eines unserer Bundesländer), vorzutragen.

05. April 2013

Lou Badui – Provinzadministrator Sandaun Province

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Lou Badui konnte sich an uns erinnern. Wir hatten bereits im vergangenen Jahr ein Gespräch mit ihm. Wir werden willkommen geheißen. Auch ihm haben wir unseren Besuch der Region erläutert und dass wir Wege der Zusammenarbeit für gemeinsame Projekte ausloten wollen. Unser Engagement findet er sehr gut.

Lou Badui macht uns auf eine Organisation in Vanimo aufmerksam, die über Internet verfügt. Der Name der Organisation ist People Centered Development Organisation (PCDO). Er ruft sie in unserem Beisein umgehend an und bittet sie zum Büro zu kommen. Mit Samuel Kime (PCDO) verabreden wir uns dann für den Nachmittag.

Wir fragen nach einer finanziellen Beteiligung der Regierung an verschiedenen Projekten. Die Entscheidungen zu „kleinerer“ Unterstützung für verschiedene Aufgaben werden vor Ort getroffen. Hier existiert ein Wirtschaftsplan. Dafür ist der Distriktmanager Barry Dikmop verantwortlich, den wir treffen sollen. Die Provinz kann sich ebenfalls beteiligen (z.B. Transportkosten). Nicht ganz klar wurde, zu wieviel Prozent und wofür konkret.

Lou Badui betont, dass er weitere Projekte unterstützen würde, wenn es gelingt, in Iburu etwas auf den Weg zu bringen. Unser Engagement sollte sich aber nicht auf die gesamte Sandaun Provinz, sondern in erster Linie auf die Dörfer der Green -Region beziehen. Dazu wird uns statistisches Material zugesagt.

Auch das Problem der „Briefkommunikation“ sprechen wir an.  Lou Badui war nicht bewusst, wieviel Briefmarken kosten und sagt zu, das Porto zu übernehmen. Die Briefe der Kinder sollen im Office abgegeben werden und der Deputy übernimmt den Versand.

Ben Basaronge – Mitarbeiter der Provinzregierung für Community Development

DSC_0557Unmittelbar danach trafen wir uns mit Ben Basaronge, der aus Iburu stammt. In seiner Verantwortung liegt die Entwicklung der Dörfer der ganzen Provinz. Wir berichten ihm vom Gespräch mit Lou Badui. Er will uns eine Statistik geben, die die Anzahl der Dörfer und die jeweilige Einwohnerzahl beinhaltet.

Außerdem reden wir mit ihm über die hohen Transportkosten nach Iburu. Die Charterfirma Sunbird will für den Flug nach Green River 13.000 Kina (ca. 5.000 EUR) haben. Offizielle Linienflüge gibt es in der Region nicht. Ben Basaronge ist der Meinung, dass der Flug pro Person nur 250 Kina kosten müsste, zuzüglich 4 Kina pro Kilogramm Fracht.

Er hat dann später dafür gesorgt, dass der Flug zum Green River doch noch zustande kam. Die Kosten beliefen sich insgesamt für 5 Personen und Fracht auf 2.400 Kina (ca. 900 Euro).

Ben Basaronge berichtete auch von einer Funkstation in Green River Station. Empfangsstationen sind bei der CBC, im Krankenhaus und in der Verwaltung in Vanimo. Über diesen Kommunikationsweg könn(t)en auch Emails geschickt werden. Es ist denkbar, dass jedes Dorf eine Funkverbindung unterhält, die allerdings selbst finanziert werden muss. Wir haben immer wieder betont, dass der zuverlässige und regelmäßige Kontakt ein unbedingtes „Muss“ für eine Zusammenarbeit ist.

Samuel & Emauel  – Manager von PCDO

Schließlich treffen wir uns an diesem zweiten Tag in Vanimo noch mit Samuel und Emanuel von PCDO. Sie kommen zu unserem Gästehaus. Wir stellen ebenfalls unsere Projektideen vor und fragen sie, ob sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen können.

Die Organisation hat wohl schon mit diversen internationalen NGO’s (z.B. Rotary und Lions Club) zusammengearbeitet und verfügt über einen Internetzugang. Eine eigene Website ist in Arbeit. Ihr Profil wollen sie uns per Email zukommen lassen. Eine Zusammenarbeit ist aus Sicht der PCDO denkbar. Die Leute reisen in den nächsten Tagen ebenfalls zum Green und wir haben uns dort nochmals verabredet.

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